"Kinder brauchen Märchen"
so lautet der Titel eines Buchs des bekannten Kinderpsychologen Bruno Bettelheim.
Ein Grund dafür ist, dass Kinder im Vorschulalter lernen müssen sich aus Wörtern und Sätzen im Hirn Bilder zu machen. Sie
müssen sich den
Text also veranschaulichen.
Kinder, die das nicht können, werden später auch in Mathematik Probleme haben, weil es wichtig ist, sich die math. Begriffe zu
veranschaulichen.
siehe dazu auch Kinder: Erzähltalente sind auch gut in Mathe
Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Feynman beschreibt in seinem Buch "Sie belieben zu scherzen, Mr. Feynman",
was er sich unter scheinbar völlig unanschaulichen und abstrakten math. Lehrsätzen vorstellt.
Er hielt seine berühmten Vorlesungen "Feynman Lectures in Physics" völlig frei, weil sich ihm der Lehrstoff
in bunten Bildern vor den Augen präsentierte.
In der Grundschule durften die Kinder nicht mit den Fingern rechnen. Die Lehrerin meinte, die Kinder sollten "abstrakt"
denken lernen. So einen Unsinn kann m.E. nur jemand behaupten, der von Mathematik nichts versteht. Auf diese Weise werden die
Kinder von Pädagogen schon in der Grundschule von der angeblich unanschaulichen Mathematik abgeschreckt.
Dazu kommt, dass Kinder heute schon im Vorschulalter fernsehen und damit genau das Gegenteil lernen: Sie lernen nicht sich aus dem
Gesprochenen selbst Bilder zu machen, weil diese vom Fernsehen geliefert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Text oft garnicht
zu den Bildern passt (Jemand spricht, man sieht aber statt des Sprechers etwas Anderes). Auch der Ton kommt aus den Lautsprechern
und nicht aus dem Mund des Sprechers.
Die Folgen sehen wir leider in der Schule. Kinder und Jugendliche, die nicht gelernt haben, ihre Aufmerksamkeit auf den Sprecher (den Lehrer)
zu richten und die wenig Vorstellungsvermögen - man könnte auch sagen: wenig Phantasie - besitzen.
© Scholz 2009 http://mathematik.h8d.de Zur Hauptseite Zur Diskussionsgruppe
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Letzte Änderung: 09-12-02