Wozu lernen wir Mathematik ?

Wozu lernen wir Mathematik ?

Hans Magnus Enzensberger

Der Shakespeare-Forscher, der nie eine Seite von Darwin gelesen hat, der Maler, dem schon schwarz vor den Augen wird, wenn von komplexen Zahlen die Rede ist, der Psychoanalytiker, der nichts von den Resultaten der Insektenforscher weiß, und der Dichter, der keinem Neurologen zuhören kann, ohne einzuschlafen - das sind doch unfreiwillig komische Figuren, nicht weit entfernt von einer Art selbstverschuldeter Verblödung!
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Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.

Wahrscheinlichkeitsrechnung ist angewandter gesunder Menschenverstand. Leider ist gesunder Menschenverstand sehr selten.
 
 
 
Niemand würde jemandem, der gut rechtschreiben kann, mit jemandem verwechseln, der gut formulieren kann; also sollte auch niemand einen, der gut rechnen kann, mit einem Menschen gleichsetzen, der mathematische Ideen versteht und sie erfolgreich anwendet.

John Allen Paulus
Professor für Mathematik und Journalismus
Art Garfunkel KulturSpiegel:
    "Sie haben Mathematik studiert. Hat das ihrer Musikerkarriere genutzt?"
Art Garfunkel:
    "Ich habe auch einen Abschluss in Architektur, was ein großes Vergnügen war, aber für mein Leben eher sinnlos. Mathematik hingegen hat mir geholfen. [...] Im Studio 1969 habe ich Paul Simon vorgerechnet, dass "Bridge over Troubled Water" in seiner Originalversion nicht funktioniert. Er hat einen Vers hinzugefügt, weil er meiner Logik folgen konnte."
    Art Garfunkel
    im Interview aus KulturSPIEGEL 5/2007

 


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Letzte Änderung: 09-12-02